Beckmann dominiert das Feld

Leichtathletik: Deutscher Marathon-Meister gewinnt Auftaktrennen mit neuem Streckenrekord / Viel Prominenz am Star

Von unserem Mitarbeiter Kevin Hagen

Mannheim. Unter 30 Minuten geblieben, einen neuen Streckenrekord in der Tasche: Martin Beckmann konnte mit seinem Ergebnis beim 24. Sandhofer Straßenlauf mehr als zufrieden sein. Als absoluter Topfavorit gestartet, ließ der Deutsche Marathon-Meister von 2008 auf den zehn Kilometern der Konkurrenz keine Chance. Mit einer Laufzeit von 29 Minuten und 58 Sekunden lag der Profi am Ende über dreieinhalb Minuten vor Sebastian Keinert vom DJK Käfertal-Waldhof. Auf Rang drei kam Marcus Imbsweiler (TSG 78 Heidelberg).

Zweimal mussten die Athleten den Rundkurs absolvieren. Und sie hatten dabei nicht nur mit den für diese Strecke typischen Winden, sondern auch mit strömendem Regen zu kämpfen. "Das war heute wirklich ein harter Test", gestand Beckmann, der sich Sandhofen zur Vorbereitung auf den Berliner Halbmarathon ausgesucht hatte.

Spannender Kampf um Platz zwei

"Mein Ziel war heute, den Motor frei zu pusten", so Beckmann. Und dieser lief von Beginn an auf Hochtouren. Bereits zur Halbzeit des Rennens hatte der Sportler von der LG Leinfelden-Echterdingen über eineinhalb Minuten Vorsprung auf den Rest des Feldes. Dahinter entwickelte sich jedoch ein spannender Dreikampf um Platz zwei zwischen Keinert, Imbsweiler und Christian Alles.

Zunächst schien Alles die Nase vorn zu haben - nach fünf Kilometern hatte er sich bereits von seinen Kontrahenten abgesetzt. Doch bei Kilometer sieben ereilte ihn das von jedem Läufer gefürchtete Schicksal: Krämpfe. Keinert profitierte und brachte sich mit dem zweiten Platz in eine hervorragende Ausgangsposition für die Gesamtwertung des "engelhorn sports Nike-Laufcups 2010". Dort wolle er auch in diesem Jahr wieder ganz vorn angreifen, so Keinert. Nach dem Rennen in Sandhofen sind die weiteren Stationen die Volksläufe in Rheinau und Mutterstadt, der Maxdorfer Gemüselauf und der Feudenheimer Herbstlauf. Luca Bongiovanni, der 2009 sowohl das Auftaktrennen als auch die Gesamtwertung für sich entschied, war dieses Mal nicht am Start.

Nicht ganz so deutlich wie bei den Männern waren die Abstände in der Damen-Wertung. Dennoch sicherte sich Eve Rauschenberg mit einer souveränen Leistung den ersten Platz. Mit 37 Minuten und 42 Sekunden lag sie 30 Sekunden vor Almuth Grüber (MTG Mannheim). Nur zwei Sekunden dahinter landete Maria Müller (Non-Stop-Ultra Brakel) auf Rang drei. Rauschenberg, die vom Start weg die Geschwindigkeit hochhielt, erklärte. "Ich wollte hier die nötige Tempohärte für die kommenden Rennen bekommen."

Trotz des langen Winters und des Regens am Renntag zählten die Organisatoren vom TSV Sandhofen wieder über 1000 Teilnehmer in allen Wettbewerben. Allein beim Hauptlauf erreichten knapp 700 Sportler das Ziel. Viele hatten sich noch kurz vor dem Start eingeschrieben, so TSV-Abteilungsleiter Armin Friedrich, der sich besonders über die Laufprominenz freute. Denn neben Beckmann ging, wie schon im vergangenen Jahr, Ironman Lothar Leder an den Start - diesmal im Volkslauf über fünf Kilometer, bei dem er am Ende Dritter wurde. "Das ist eine Bestätigung für unsere Arbeit", so Friedrich.

Lothar Leder auf Platz zehn

In Sandhofen verhinderte laut Bongiovanni auch der Wind auf den letzten drei Kilometern eine bessere Zeit als die 32:31 Minuten. Platz eins vor dem Karlsruher Triathleten Fabian Rahn (32:56 min) und dem Mannheimer Sebastian Keinert (33:39 min) war aber letztlich ungefährdet. "Auf der zweiten Runde konnte ich mich dann richtig absetzen", berichtete Bongiovanni, der bereits nach 5000 Metern zehn Sekunden Vorsprung hatte. Mit fünf Läufern unter den Top Ten dominierte das engelhorn sports team den Hauptlauf, als Zehnter schaffte es auch noch Triathlon-Großmeister Lothar Leder (35:04 min) unter die Besten.

Bei den Frauen lief Fredericke Kallenberg (36:06 min/LAC Pliezhausen) ein starkes und einsames Rennen vor Birgit Pfisterer (Walldorf/40:02 min) und Ottilie Nitsche (SG Nußloch/40:33 min). "Aber einsam ist relativ", lachte die Siegerin. "Ich hatte sieben Kilometer lang meinen Trainer bei mir und jede Menge starke Männer um mich", war die Schwäbin mit ihrer Zeit ganz zufrieden. "Das war noch einmal eine gute Trainingseinheit für die deutschen Halbmarathon-Meisterschaften nächste Woche in Griesheim", konnte Kallenberg zwar nicht wie geplant die 36-Minuten-Marke knacken, sieht sich für Griesheim allerdings gut vorbereitet.

Ein positives Fazit zog auch Veranstalter TSV Sandhofen bei seinem Jubiläumslauf. Mit 1022 Startern in allen vier Wettbewerben war die Resonanz wie erhofft, allerdings ließen beim Hauptlauf nicht weniger als 300 angemeldete Läufer ihr Startrecht verfallen und erschienen nicht im Mannheimer Norden. "Da müssen wir uns natürlich etwas überlegen. Wir hätten bei diesem Wetter sicher noch viele Nachmeldungen annehmen können", sagte TSV-Abteilungsleiter Armin Friedrich.

"Alles lief reibungslos, wir sind sehr zufrieden", sagte Thorsten Schenkel vom Organisationsteam des TSV Sandhofen.

Mannheimer Morgen, 22.03.2010

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