Freudenberger, der fluchende Sieger

SANDHOFEN. Holger Freudenberger lief gerade durch das Tor des Stadions Riedlach in Richtung Ziel des Sandhofer Straßenlaufs, als die Sonne zum ersten Mal durch die Wolken blitzte. Zuvor hatte sich das Wetter nicht gerade von seiner schönsten Seite gezeigt: Vor allem der starke Wind machte den 1040 Läufern zu schaffen.

Mit einer Zeit von 32:31 Minuten gewann Freudenberger die 29. Ausgabe des Sandhofer Straßenlaufs, schien sich aber zunächst nicht darüber freuen zu können. Fluchend überquerte er die Ziellinie. "Ich wollte die Zeit so laufen, aber deutlich lockerer", sagte der Sieger, der 2014 den vierten Platz bei den deutschen Marathon-Meisterschaften in München belegt hatte: "Deshalb war ich nicht ganz zufrieden."

"Zu schnell angegangen"

Trotzdem gewann er recht souverän. Etwa bei Kilometer vier hatte er die Führung von Santino Miskovic übernommen, erlief sich einen kleinen Vorsprung und brachte diesen ins Ziel.

"Ich bin das Rennen etwas zu schnell angegangen", gab Miskovic zu. Geschwächt von seiner harten Vorbereitung auf dem Rad habe er Geschwindigkeit rausnehmen müssen, sagte der Triathlet. Die Teilnahme am Straßenlauf sei eine Art Leistungstest für das nun beginnende Lauftraining gewesen. "Da ist noch Luft nach oben", resümierte Miskovic, der das Ziel nach 33:20 Minuten erreichte. Dritter wurde Patrick Berlejung, der sich kurz vor dem Ziel aus einem Verfolger-Trio lösen konnte, zu dem Vorjahressieger Hakim Hassanzadeh (engelhorn sports team - MTG Mannheim) gehörte.

Bei den Damen siegte Eirini Tsoupaki. Die junge Griechin, die normalerweise über 1500 und 5000 Meter antritt, bestritt in Sandhofen ihr erst zweites Rennen über zehn Kilometer. "Mir gefällt es hier. Die Runde ist super abwechslungsreich und ich bin persönliche Bestzeit gelaufen", freute sich Tsoupaki nach ihrem Rennen in 38:10 Minuten.

Sie ist zurzeit drei Monate zu Besuch bei ihrem Freund in Mannheim. "Ich möchte herausfinden, ob ich selbst hier leben, bei der MTG trainieren und an der Universität studieren möchte", erklärte die 20-Jährige. Hinter ihr liefen Natascha Hartl in 38:47 Minuten und Josefa Matheis in 40:29 Minuten auf die Plätze zwei und drei.

Im Rahmen des Straßenlaufs startete auch ein Volkslauf über fünf Kilometer, den knapp 200 Athleten absolvierten. Die Schnellsten von ihnen waren Sebastian Dorn von der SpVgg Sandhofen (17:52) und Frederike Freimuth (SV Nikar, 18:29).

Der Straßenlauf war gleichzeitig Auftakt zum diesjährigen engelhorn sports Mizuno Laufcup. Sportler, die bei drei von fünf Wettbewerben ins Ziel kommen, nehmen an der Serie teil. "Ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein. Die Serie besteht aus tollen Läufen", erklärte Patrick Berlejung, der die Serie in der Jugend-B-Altersklasse im vergangenen Jahr für sich entscheiden konnte. "Und am liebsten würde ich natürlich wieder gewinnen", fügte er hinzu.

Auch Hakim Hassanzadeh und Santino Miskovic erwägen eine Teilnahme. Dafür könnten sie schon beim Rheinauer Volkslauf am 29. August, dem nächsten Termin der Serie, am Start sein.

Von Sebastian Probst

Mannheimer Morgen, 23.03.2015 

Startschuss in den Frühling

LEICHTATHLETIK: TSV Sandhofen richtet 29. Straßenlauf aus

SANDHOFEN. Frühlingszeit ist Läuferzeit. Nur ein Tag nach dem Frühlingsanfang fällt am Samstag der Startschuss zur Mannheimer Laufsaison mit dem ersten Rennen im Stadtgebiet, dem 29. Sandhofer Straßenlauf. Ausgehend vom Start an der TSV-Halle (Kalthorststraße) werden dann knapp 1000 Läufer auf die Rundstrecke durch die Felder und den historischen Ortskern gehen.

"Kein Regen und wenig Wind", so beschreibt Armin Friedrich, Leichtathletik-Abteilungsleiter des veranstaltenden TSV Sandhofen, die Wunschbedingungen für den Traditionslauf. "Gegen perfektes Frühlingswetter hätte ich aber natürlich nichts einzuwenden", fügt er lachend hinzu.

Der Startschuss fällt in Sandhofen wie immer an der TSV-HalleBeim Sandhofer Straßenlauf handelt es sich in erster Linie um einen 10-Kilometer-Lauf (15.30 Uhr). Zudem starten ein 5-Kilometer-Volkslauf und diverse Bambini- und Schülerläufe. Nachdem es seit drei Jahren eine eigene Wertung für Schülergruppen beim Volkslauf gibt, feiert auch eine Firmenwertung Premiere. So können nun Teams aus mindestens fünf Arbeitskollegen gemeinsam an den Start gehen. "Besonders ist bei uns das abwechslungsreiche Teilnehmerfeld", erklärt Friedrich. Neben Leichtathleten würden auch Wassersportler vom örtlichen Kanu-Verein und Triathleten den Straßenlauf als Leistungstest angehen.

Starke Bestzeiten

Die flache Strecke ermöglicht schnelle Zeiten, was vor allem die Leistungen von Martin Beckmann und Stephanie Maier belegen, die jeweils den Streckenrekord innehaben. 2002 setzte Maier mit 35:53 Minuten die Bestzeit der Frauen, Beckmann lief 2010 beeindruckende 29:58 min. Ob diese Zeiten am Samstag unterboten werden können, ist noch unklar. In den letzten Jahren haben sich schon bekannte Athleten wie Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno daran versucht.

"Bis jetzt haben sich aber noch keine großen Namen angemeldet", erklärt Friedrich. Das müsse aber nichts bedeuten, da die Anmeldung bis zum heutigen Mittwoch online möglich ist. Zudem können sich Kurzentschlossene noch am Samstag bis eine Stunde vor Start nachmelden. Der Straßenlauf ist zugleich Auftakt des Engelhorn-sports-mizuno-Laufcups 2015.

spr

Mannheimer Morgen, 19.03.2015

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